Mir fiel auf, dass ich öfter von meiner Schwester träumte. Beim Schreiben hatte ich manchmal das Gefühl, dass Nina in meiner Nähe sei. Ein paar Mal war es sogar, als ob sie mir Worte einflüsterte. Ich schrieb sie auf und las sie dann mit Staunen wieder. Da stand mehr, als ich im Kopf gehabt hatte. So entstanden ein paar „innere Gespräche“ mit meiner verstorbenen Schwester. Ich setzte mich hin, konzentrierte mich auf mich selbst und mein Gefühl und dachte an Nina. Ich lud sie ein, mit mir zu kommunizieren, und begann zu schreiben. Manchmal gelang das, die Worte kamen dann wie von selbst, und manchmal nicht. Nina ist bei mir, das weiß ich jetzt, aber sie ist für mich nur spürbar, wenn ich selbst dafür offen stehe.
Ein inneres Gespräch mit meiner Schwester
Ida: Liebe Nina, ich finde es so schwer, Zeit und Muße zu nehmen, um wirklich zu versuchen, die Verbindung zu dir zu spüren. Der letzte Traum hat mir gezeigt, dass es gut ist, das zu tun. Ich möchte es eigentlich auch. Aber die Alltagssorgen halten mich im Moment so gefangen, dass ich nicht dazu komme. Es frustriert mich, dass ich immer wieder in dasselbe Muster gerate: ich nehme mir zu viel vor, will zu viel machen. Dadurch bekomme ich Stress und vergesse, Zeit für die kreativen Momente zu nehmen. Kannst du mir einen Ratschlag geben, wie ich besser damit umgehen kann?
Die Antwort meiner Schwester, so wie sie beim Schreiben in mir aufkommt:
Nina: Hallo Ida, du steckst fest in deinem Kopf. Du gebrauchst deine Energie nicht so effektiv, wie es möglich wäre. Du darfst dich noch mehr in das Leben fallen lassen – so wie ich mich in den Tod habe fallen lassen.
Ida: Aber ich habe Angst! Ich habe Angst, keine Arbeit zu finden und ich bin krank.
Nina: Nimm Abstand! Du hast viel Kraft in dir! Deine Situation spiegelt nur, wie du dich von innen fühlst. Wenn du dich als Opfer fühlst, bist du Opfer. Wenn du dich als Königin fühlst, bist du Königin. Das ist das Wichtigste, das ich gelernt habe, seit ich hier oben, oder auf der anderen Seite bin. Alles, was glänzt, und aller Reichtum kommen von innen. Du weißt das schon, ich sehe, wie du das jetzt denkst, und das stimmt. Aber du lebst viel zu wenig danach. Du bist ein Schatz! Und das meine ich buchstäblich. Wenn du strahlst, begegnest du strahlenden Dingen auf deinem Weg.
Ida: Was machst du dort, wo du jetzt bist? Wie sieht dein Leben da aus?
Nina: Ich nähe und tanze viel in Kleidern, die ich selbst genäht habe. Vor allem lerne ich, mich selbst zu lieben. Mein inneres Wesen wirklich wertzuschätzen. Das ist die wichtigste Voraussetzung, um in meinem nächsten Erdenleben die Kraft zu haben, meine Aufgaben zu erfüllen.
Ida: Wir befinden uns also in einem vergleichbaren Lernprozess, du im Himmel und ich auf der Erde?
Nina: Ja! Deswegen sind wir ja Schwestern.