
Ida Elisabeth Lorbach verlor mit 23 Jahren ihre jüngere Schwester Nina, die sich das Leben nahm. Dieser Verlust war nicht nur eine schmerzvolle Erfahrung, sondern bewirkte auch, dass sie begann, sich den kostbaren Seiten des Lebens noch mehr zu öffnen. Sie wünscht anderen Menschen dieselbe Erfahrung: Raum für Trauer und gleichzeitig viel Platz für neue Lebensfreude.
Die Autorin ist ausgebildete Kunsttherapeutin und Energy-Readerin. Sie gibt persönliche Beratungen und Workshops. Mehr zu ihrer Arbeit erfahren sie auf ihrer Website: www.idalorbach.de
Außerdem hat sie 'Das Märchen vom Tod’, eine spirituelle Geschichte für Erwachsene und Kinder, aus dem Niederländischen übersetzt (siehe www.maerchenvomtod.eu)
Vor sechs Jahren hat sich meine Schwester Nina das Leben genommen. Sie war achtzehn und ich dreiundzwanzig. Es wurde gerade Frühling und in meiner Erinnerung an die Zeit, unmittelbar nach ihrem Tod, vermischen sich die Dunkelheit der Trauer und des Schmerzes mit dem Licht, das überall um mich herum war. Die Sonne, die die noch frische Luft wärmte, das Lichtspiel in den Blättern der Bäume. Auf dem Friedhof die zwitschernden Vögel. Zu allen Menschen um mich herum, meinen Freunden und meiner Familie, spürte ich plötzlich eine Nähe, die mein Herz warm machte. Daneben gab es jedoch den Abgrund, das tiefste Loch, in das ich je gefallen war. Nina war einfach weg, hatte sich selbst aus dem Leben gerissen, sich irgendwie wegtransportiert. Auch befreit, vielleicht. Von Qualen, von ihrer Verzweiflung und Einsamkeit. Ich war wütend auf sie, weil sie abgehauen war und sich nicht helfen lassen wollte. Oder konnte, vielleicht. Ich glaube, sie hat keine Hilfe mehr gesehen.
Nach ihrem Tod habe ich selbst erst einmal viel Verzweiflung und Traurigkeit erlebt. Es war hart, keine Schwester mehr zu haben. Mit dem Loch zu leben, das sie hinterlassen hatte. Zu wissen, dass es alles so aussichtslos für sie gewesen sein musste.
Um den Schock zu verarbeiten, begann ich mit einer Therapie. Dort bekamen meine heftigen Gefühle einen Platz. Die Therapie bot mir auch Raum für die Forschungsreise zu mir selbst, die schon Jahre vor Ninas Tod begonnen hatte und bis zum heutigen Tag weitergeht.
Außerdem hat sie 'Das Märchen vom Tod’, eine spirituelle Geschichte für Erwachsene und Kinder, aus dem Niederländischen übersetzt (siehe www.maerchenvomtod.eu)
Aus der Einleitung des Buches
Vor sechs Jahren hat sich meine Schwester Nina das Leben genommen. Sie war achtzehn und ich dreiundzwanzig. Es wurde gerade Frühling und in meiner Erinnerung an die Zeit, unmittelbar nach ihrem Tod, vermischen sich die Dunkelheit der Trauer und des Schmerzes mit dem Licht, das überall um mich herum war. Die Sonne, die die noch frische Luft wärmte, das Lichtspiel in den Blättern der Bäume. Auf dem Friedhof die zwitschernden Vögel. Zu allen Menschen um mich herum, meinen Freunden und meiner Familie, spürte ich plötzlich eine Nähe, die mein Herz warm machte. Daneben gab es jedoch den Abgrund, das tiefste Loch, in das ich je gefallen war. Nina war einfach weg, hatte sich selbst aus dem Leben gerissen, sich irgendwie wegtransportiert. Auch befreit, vielleicht. Von Qualen, von ihrer Verzweiflung und Einsamkeit. Ich war wütend auf sie, weil sie abgehauen war und sich nicht helfen lassen wollte. Oder konnte, vielleicht. Ich glaube, sie hat keine Hilfe mehr gesehen.
Nach ihrem Tod habe ich selbst erst einmal viel Verzweiflung und Traurigkeit erlebt. Es war hart, keine Schwester mehr zu haben. Mit dem Loch zu leben, das sie hinterlassen hatte. Zu wissen, dass es alles so aussichtslos für sie gewesen sein musste.
Um den Schock zu verarbeiten, begann ich mit einer Therapie. Dort bekamen meine heftigen Gefühle einen Platz. Die Therapie bot mir auch Raum für die Forschungsreise zu mir selbst, die schon Jahre vor Ninas Tod begonnen hatte und bis zum heutigen Tag weitergeht.
Außerdem begann ich kurz nach ihrem Tod, wieder Gedichte zu schreiben. Das half mir, meinen Gefühlen Ausdruck zu geben. Das Schreiben war etwas, mit dem ich dem Tod und der Trauer trotzen und etwas ins Leben setzen konnte. Es hat Sinn gemacht.
Das Wunderbare ist: Ich habe mich in den vergangenen sechs Jahren mehr dem Leben zugewandt. Ich habe mich bewusster für das Leben entschieden, mit dem Schmerz und der Freude, die dazu gehören. Nina hat mich inspiriert, mich selbst immer wieder zu fragen: Was möchte ich eigentlich im Leben?